Gomadingen. Beim Mehrgenerationenprojekt am Sternberg in Gomadingen wird sichtbar, wie gemeinschaftliches Leben, ein nachhaltiger Lebensstil und die Sanierung bestehender Gebäude mit gemeinschaftlichem Wohnen miteinander verbunden werden können. Einen direkten Einblick in dieses besondere Wohn- und Lebenskonzept erhielt die Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des Arbeitskreises Landesentwicklung und Wohnen Cindy Holmberg bei ihrem Besuch am Sternberg.
„Am Sternberg sieht man sehr konkret, welches Potenzial in unserem Gebäudebestand steckt. Bestehende Gebäude werden weitergenutzt und gleichzeitig entstehen neue Formen des Zusammenlebens. Solche Projekte schaffen Raum für unterschiedliche Lebensentwürfe, für Familien oder Alleinlebende, Menschen verschiedener Generationen, die selbstständig wohnen und zugleich Gemeinschaft leben möchten“, sagt Holmberg, stellvertretende Fraktionsvorsitzende.
Das anschließende Gespräch fand im Haus Lautertal statt, das mit seinen Gemeinschaftsräumen auch für Veranstaltungen, Workshops und Begegnung genutzt wird. Dabei ging es, neben Themen wie Renovieren und Heizen, auch um die Rahmenbedingungen für gemeinschaftliche Wohnprojekte und die Frage, wie deren Aufbau erleichtert werden kann.
Die Bewohnerin, Initiatorin und Vorständin Heide Höche betont: „Wir wünschen uns, dass Wohnprojekte wie unseres finanziell stärker und vor allem unbürokratischer unterstützt werden. Hier wird sehr viel ehrenamtliche Arbeit geleistet, die gesellschaftlich und sozial wichtig ist. Auch eine Anerkennung der Gemeinnützigkeit wäre aus unserer Sicht ein wichtiger Schritt.“ Die Architektin begleitet die Sanierungsarbeiten am Sternberg.
Höche und die Bewohnerin Heike Halder führten Holmberg über das Gelände des ehemaligen Feriendorfs. Auf rund sieben Hektar saniert die Genossenschaft seit 2018 einen Großteil der 25 Bestandsgebäude und entwickelt sie für Wohnen und gemeinschaftliche Nutzungen weiter. Beim Rundgang besuchten sie außerdem das Gästehaus mit Ferienappartements und den Gemeinschaftsgarten, in dem Gemüse angebaut wird. Dabei ging es um Selbstversorgung, solidarische Landwirtschaft und darum, wie gemeinschaftliches Wohnen, ökologische Verantwortung und gegenseitige Unterstützung im Alltag zusammenkommen. Zugleich wurde deutlich, dass das Leben in einer Gemeinschaft wie am Sternberg viel Organisation und Engagement erfordert. Regelmäßige Abstimmungen, gemeinsame Arbeitstage und die Vorbereitung öffentlicher Veranstaltungen gehören ebenso dazu wie die gegenseitige Unterstützung im Alltag.
Im Koalitionsvertrag hat sich die Landesregierung vorgenommen, genossenschaftliche Wohnformen zu stärken, das Bauen und Sanieren im Bestand zu erleichtern und Förderverfahren einfacher zu gestalten.
„Projekte wie der Sternberg zeigen sehr konkret, welches Potenzial in gemeinschaftlichen Wohnformen und im Gebäudebestand steckt. Als Vorsitzende des Arbeitskreises Landesentwicklung und Wohnen ist mir wichtig, direkt vor Ort zu erfahren, welche Rahmenbedingungen solche Projekte brauchen. Diese Erfahrungen nehme ich mit in meine Arbeit auf Landesebene, damit Bestand einfacher weiterentwickelt und vielfältige Wohnformen besser ermöglicht werden können“, so Holmberg zum Abschluss.